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Erstmals
Erwähnung findet der Gedanke eines eigenen Veranstaltungslokals
anlässlich der Vorstandssitzung der kgk vom 27.Januar 1998.
Schon damals störten sich verschiedene RessortleiterInnen
an der unbefriedigenden Raumsituation in unserem Kurort. Ausser
den Jazzkonzerten im altehrwürdigen Saal des Hotels Vereina
fanden keine Veranstaltungen einen einladenden und damit würdigen
Rahmen. Kleintheateraufführungen in der Mehrzweckhalle
Klosters-Dorf schienen gar kontraproduktiv - das an sich interessierte
Publikum blieb den Veranstaltungen aus äusseren Umständen
fern. Doch für die Verantwortlichen der kgk gab es keine
Alternativen, man musste mit den gegebenen Umständen zurechtkommen.
Es
war dann im Januar 1999, als Hansjörg Leder, Vizepräsident
der kgk und Verantwortlicher für das Ressort "Jazz
in Klosters", die Hiobsbotschaft überbrachte, dass
die Besitzerfamilie des Hotels Vereina den Abbruch ihrer Liegenschaft
und gleichzeitig einen Neubau in Betracht ziehen würden.
Damit war auch der letzte wirklich geeignete Theater- und Konzertsaal
in Klosters gefährdet - was der gleichzeitigen Infragestellung
des Engagementes der kgk gleichkam. In der Folge wurden verschiedene
Alternativprojekte überprüft: Das Ressort "Cinema
89" klärte Möglichkeiten im alten Schorrli bzw.
im Hotel Sport ab. Hansjörg Leder verfolgte die Idee eines
eigenen Veranstaltungslokals im alten Güterschuppen beim
Bahnhof Klosters-Platz. Der Gesamtvorstand der kgk war diesen
Vorhaben gegenüber aber eher skeptisch: Wie sollte man
das finanzieren?
Es
brauchte dann schon den Idealismus eines Hansjörg Leders
und weiterhin schlecht besuchte Anlässe, um den Vorstand
langsam von der Notwendigkeit eines eigenen Veranstaltungslokals
zu überzeugen. Die von Hansjörg angefertigten Skizzen
sowie erste Entwürfe eines eigenen Logos entfachten zwar
eine erste vorsichtige Euphorie. Doch die Verhandlungen mit
der Rhätischen Bahn standen noch aus; und die Reaktionen
seitens der Verantwortlichen des Bahnhof Klosters waren mehr
als verhalten.
In
der Zwischenzeit wurden die Veranstaltungen der kgk massiv reduziert.
Ausser den regelmässigen Filmvorführungen im ungeeigneten
Sprützehüschi kam es nur noch punktuell zu einigen
Anlässen. Die Reihe "Jazz in Klosters" wurde
gar komplett stillgelegt. Mit der möglichen Realisierung
eines eigenen Veranstaltungslokals ging dem Vorstand der kgk
deswegen aber die Arbeit nicht aus. Im Sommer 99 startete Hansjörg
Leder eine erste offizielle Anfrage an die Verantwortlichen
der RhB. Im darauffolgenden Herbst kam eine mündliche Zusage,
wobei sich diese vorwiegend auf die Aufnahme von Verhandlungen
beschränkte. Ein erster Schritt war damit getan.
Anlässlich der 28.GV der Kulturgesellschaft Klosters anfangs
März 2000 wurden die Vereinsmitglieder erstmals mit der
Vision eines eigenen Veranstaltungslokals konfrontiert. Das
Interesse - v.a. auch seitens der Vertreter der Gemeinde und
des Kur- und Verkehrsvereins Klosters - bestärkte den kgk-Vorstand,
den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und konkret an der Umsetzung
der Vision weiterzuarbeiten. Schon bald darauf, am 31.03.00,
fand mit den Verantwortlichen der RhB in Klosters eine erste
Begehung des alten Güterschuppens statt. Die positiven
Rückmeldungen seitens der RhB veranlassten Hansjörg
Leder, gemeinsam mit Arthur Hanselmann vom Architekturbüro
Marugg & Hanselmann erste Pläne zu entwerfen und Kostenberechnungen
anzustellen. Ende Mai wurde ein erstes Projekt vorgestellt,
die Kostenschätzungen beliefen sich auf rund Fr. 130'000.-.
Die Finanzierung sollte über Spenden- und Sponsorenbeiträge
erfolgen, die öffentliche Hand für die späteren
Betriebskosten aufkommen. Eine eigens für dieses Projekt
eingesetzte Kommission stellte aber aufgrund ihrer Besuche von
in ihrer Art ähnlichen Lokalen schnell fest, dass das Projekt
einer ersten Ueberarbeitung unterzogen werden musste. Gleichzeitig
stellte sich die Frage der Betriebsform (eigener Verein, Genossenschaft
etc.).
In
der Folge wurden Bedürfnisnachweise, Baupläne, Finanzierungskonzepte,
Berichte zu rechtlichen Abklärungen u.dgl. erstellt und
weitere Verhandlungsgrundlagen erarbeitet. Erschwerend kam dazu,
dass langjährige Vorstandsmitglieder ihre Rücktritte
ankündigten und für die Rekrutierung geeigneter Nachfolgepersonen
ebenfalls viel Zeit und Kraft eingesetzt werden musste. So kam
es, dass das Projekt Kulturschuppen fortan v.a. vom Initianten
Hansjörg Leder und dem Präsidenten der kgk, Dieter
Walser, bearbeitet wurde.
Im August reisten die beiden Kontrahenten nach Chur, um mit
den Verantwortlichen der RhB über konkrete Vorschläge
betr. eine Uebernahme des Güterschuppens zu verhandeln.
Obwohl die Begeisterung der RhB für dieses einzigartige
Projekt klar zum Ausdruck kam, kehrten Hansjörg Leder und
Dieter Walser ohne konkrete Resultate ins Prättigau zurück.
Es wurde in den Verhandlungen lediglich klar, dass die RhB den
Schuppen - wenn auch zu sehr günstigen Konditionen - nur
vermieten würde. Ein erstes schriftliches Angebot der RhB
lehnte der Vorstand der kgk vorerst ab. Mietdauer und Rückkaufsklausel
waren unakzeptabel, weil die in der Zwischenzeit angestiegenen
Baukosten von Fr. 700'000.- unter den gegebenen Umständen
nie aufzubringen bzw. zu amortisieren gewesen wären. Weitere
Verhandlungen folgten und die Zeit drängte. Schliesslich
war einmal von einer Eröffnung im Herbst 2001 die Rede...
Hätte
Hansjörg Leder den Vorstand der kgk nicht immer wieder
mit seiner ihm typischen Art angespornt, wäre dieses Projekt
wohl im Januar 2001 gestorben. So erarbeitete der Zweierauschuss
trotz widriger Umstände und ungünstiger Aussichten
eine ausführliche Dokumentation sowie einen Kulturschuppenprospekt,
um die Leute von unserem Vorhaben zu überzeugen und damit
auch die notwendigen Mittel für die Baukosten aufzutreiben.
In einem feurigen Plädoyer wurde bei der 29.GV vom 16.03.01
die offizielle Bewilligung zu Weiterbearbeitung dieses Vorhabens
(unter bestimmten Bedingungen) eingeholt. Einstimmig legitimierte
die Versammlung den Vorstand und brachte damit trotz einiger
skeptischer Voten ihre Begeisterung für dieses wohl einmalige
Projekt zum Ausdruck. Der zweite Schritt war geschafft!
Noch kurz vor der GV gelangte ein Gesuch um einen Baukostenbeitrag
in der Höhe von Fr. 350'000.- sowie um einen jährlich
widerkehrenden Betriebsbeitrag von Fr. 15'000.- an den Gemeindevorstand
von Klosters. Damit verzögerte sich die Realisierung des
Kulturschuppens weiter: Denn einerseits musste eine von der
Gemeinde eingesetzte Zentrumsplanungskommission ihr Vorhaben
eines Veranstaltungssaales in der alten Turnhalle beim Primarschulhaus
Platz zurückstellen, andererseits konnte nur der Gemeinderat
über den Baubeitrag entscheiden, was naturgemäss viel
Ueberzeugungsarbeit bei den Ratsmitgliedern erforderte. Gleichzeitig
lief die Spendenaktion bei kgk?Mitgliedern, Sympathisanten sowie
weiteren Sponsoren erfolgreich an. Kanton, Stiftungen etc. machten
ihre Zusagen aber von der Zusicherung des Gemeindebeitrages
abhängig.
Unter
grosser Mithilfe des Gemeindevorstandes, des Hoteliervereins,
des Handels- und Gewerbevereins sowie von Klosters Tourismus
gelang es schliesslich, die Gemeinderatsmitglieder positiv zu
stimmen: Am 26.Juni 2001 wurde der beantragte Baukostenbeitrag
der Gemeinde Klosters von Fr. 350'000.- gesprochen. Gleichzeitig
konnte der Vertrag mit der RhB, wonach die kgk ab 1.August 01
für mindestens 20 Jahre stolze Mieterin des Schuppens ist,
abgeschlossen werden.
Leider
währte die Freude über den zustimmenden Gemeinderatsbeschluss
nicht lange. Völlig überraschend verstarb Mitte Juli
- trotz einer sich als heimtückisch angekündigten
Erkrankung - Hansjörg Leder. Mit ihm fehlte plötzlich
der Initiator des Kulturschuppens. Durch seinen Tod war die
eigentliche Identifikationsfigur dieses einmaligen Projektes
weg. Und damit stieg die Verunsicherung bei den Geldgebern und
Sympathisanten. Würde die Realisierung des Projektes wohl
auch ohne dessen "Vater" gelingen?
Die Antwort auf diese Frage kennen wir heute alle: Ja, es ist
dem Vorstand mit seinen unzähligen Helfern gelungen, Hansjörg's
Werk zu vollenden. Nach dem ersten Schock und gestärkt
von einer riesigen Sympathiewelle nahm der kgk-Vorstand im August
01 seine Arbeit wieder auf. Die Finanzierung schritt planmässig
voran, in unzähligen möglichen und "unmöglichen"
Aktionen wurde Geld aufgetrieben bzw. gespendet. Die Planungsarbeiten
gipfelten in der Erstellung der Detailpläne sowie in der
Vorbereitung der Arbeitsvergaben. Immer mehr Personen und Geldgeber
liessen sich vom Kulturschuppen begeistern. Nicht so der Kanton:
Trotz einer in Aussicht gestellten finanziellen Unterstützung
von anfänglich Fr. 150'000.- lehnte die Regierung das Gesuch
der kgk völlig überraschend und ohne nachvollziehbare
Begründung ab.
Auf
veranstalterischer Ebene war der Vorstand ebenfalls wieder aktiv.
Am 29.Oktober 01 begann mit dem Dixilandkonzert der New Harlem
Ramblers im noch unausgebauten Kulturschuppen eine Veranstaltungsreihe,
welche einerseits als Probebetrieb angelegt war, andererseits
dem zahlreichen Publikum Gelegenheit bieten sollte, einen ersten
Augenschein im zukünftigen Veranstaltungslokal zu nehmen.
Die Reaktionen anlässlich der Jazz- und Rockkonzerte sowie
der Kleintheater- und Kabarettaufführungen waren begeistert,
die Rückmeldungen positiv. Zudem häuften sich Anfragen
über die spätere Nutzung des Lokals, sei es von Privaten,
Veranstaltern oder gar Künstlern.
Anlässlich
der 30.GV der kgk im März 2002 konnte der Vorstand bei
den Mitgliedern den Baubeginn für den Kulturschuppen beantragen.
Und so wurde am 19.April 2002, nachdem die Baufinanzierung abgedeckt
und auch der Betriebsbeitrag der Gemeinde Klosters gesprochen
war, in einer schlichten Aufrichtefeier der Baubeginn des Vorhabens
gefeiert. Von diesem Zeitpunkt an lief alles planmässig.
Arthur Hanselmann vom Architekturbüro Marugg & Hanselmann
hatte den Bau jederzeit im Griff. Die Arbeiten wurden sorgfältig,
meist termingerecht und zur vollen Zufriedenheit ausgeführt.
Auf Vorstandsebene ging es parallel darum, die ganzen Reglemente
inkl. Tarifordnung für den Betrieb des Kulturschuppens
aufzugleisen. Eine Betriebsleitung musste eingesetzt, Verhandlungen
mit möglichen Billettvorverkaufsstellen geführt und
Sponsorengespräche abgehalten werden. Auch am Auftritt
des neuen Veranstaltungslokals (Logo, Internet, etc.) wurde
fieberhaft gearbeitet.
Seit dem 29.September ist der Kulturschuppen Klosters geöffnet.
Ein weiterer Probebetrieb soll zusätzliche Erkenntnisse
für den späteren Betrieb liefern. Denn am 29./30.November
findet die offizielle Eröffnung statt. Ab diesem Zeitpunkt
wird Klosters dann endgültig und in einmaligem Rahmen aufgewertet
durch unzählige kulturelle Highlights, welche von der kgk
im Rahmen des Eröffnungswinters veranstaltet werden. Der
Kulturschuppen Klosters ist damit von der Vision zur Realität
geworden!
31
Jahre Kulturgesellschaft Klosters: Noch nie hat ein Vorstand
eine so turbulente und schwierige Zeit erlebt. Doch alle Beteiligten
sind sich einig, dass das neue Veranstaltungslokal in unserem
Kurort massgebend zu einer Attraktivitätssteigerung beitragen
wird. Einheimische wie Gäste sind nicht nur des Sportes
wegen in Klosters. Sie suchen weitere Kontaktmöglichkeiten
und ein ausgewogenes kulturelles Angebot. Mit dem Kulturschuppen
Klosters ist für diese Anliegen gesorgt. Und für das
hat sich der riesige Aufwand des kgk-Vorstandes gelohnt. Gelohnt
hat sich die Arbeit aber auch aus einem anderen Grund: Mit der
Realisation des Kulturschuppens konnte das grosse Ziel unseres
leider viel zu früh verstorbenen Initianten und Freundes
Hansjörg Leder erreicht werden. Ein Ziel, das ihn in unserem
Ort weiterleben lässt.
Dieter Walser, Präsident Kulturgesellschaft Klosters (bis 2004)
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